DER GLAUBE DER HELLENEN

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ULRICH VON WILAMOWITZ - MOELLENDORFF

DER GLAUBE DER HELLENEN I.

Β

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D

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DER G L A U B E DER

HELLENEN VON

ULRICH VON WILAMOWITZ-MOELLENDORFF

I. B A N D

ι 9 3 ι WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG /

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BERLIN

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VORWORT Eine Vorrede kann ich erst dem vollendeten Werke beigeben, ebenso die hier unentbehrlichen Register und Nachträge. Die folgende kurze Inhaltsübersicht wird wenigstens etwas orientieren. Aber dem Mangel kann ich nicht abhelfen, daß aus diesem Bande noch gar nicht klar wird, was das Ganze leisten will. Und doch mag ich hier nicht mehr darüber sagen, als sich aus den Überschriften der drei folgenden Abschnitte entnehmen läßt: Panhellenische Götter, Weltgeltung und Verfall des Hellenentums, Restauration und Untergang. Wenn mir Gott die Kraft dazu erhält, darf ich hoffen, daß der Schlußband in Jahresfrist erscheinen kann. Bis dahin wird sich ein Urteil über das Erschienene nicht abgeben lassen. Nur eins muß ich gleich aussprechen. Wenn der Druck und die zahlreichen Zitate hier eine in meinen Büchern ungewöhnliche Korrektheit zeigen, so hat das die stetige Hilfe meines Schülers und Freundes Günther Klaffenbach erreicht. W e s t e n d , Ostern 1931.

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ÜBERSICHT DES INHALTS Gott und Götter. Behandlung der hellenischen Götter durch die christlichen Kirchen S. 1—2. Mythologie 3—4. Entdeckung der hellenischen Götter, Anerkennung der Religion in ihnen 5—8. Religionsgeschichte und Geschichte der hellenischen Religion 9—12. Religion des Einzelnen und der Gemeinschaft 12—15. ευσέβεια 15—17. Die Götter sind da, Voraussetzung für alles, ϋεός Prädikatsbegriff 18—21. ιερόν άγνόν 21. 22. Erscheinung der Götter 23—25. κρείττονα im Menschen 26—27. Magie, Zauber, Fluch und Eid 28—30. Götternamen 31 —33. Kultus 34—35. Priester, Gemeindekult, Geschlechterkult 36—38. Propheten und Dichter 39. 40. Mythologie 41—45.

Die Wanderungen der hellenischen Stämme. Begründung des Ganges der Darstellung 46—49. Die Urhellenen in der mittleren Balkanhalbinsel, Ulyrier und Thraker, die sie nach Süden drängen, 50—53. Die erste Schicht der Einwanderer erobert Hellas ; die Vorbewohner heißen hier Karer und Leleger, die Namen kehren in Asien wieder ; dieses Volk hat auch auf Kreta Berge und Städte benannt, aber die Kreter, welche ihre besondere hohe Kultur besitzen und auch den Hellenen der ersten Schicht mitteilen, sind ein anderes Volk; in Hellas haben sie nicht geherrscht, 54—57. Die Glanzzeit der mykenäischen Periode 58—60. Erinnerung an sie nur in dem Epos und der Sage der Äoler und Ionier, die nach Asien auswandern mußten, einzelne Punkte wie Kypros vielleicht schon früher besetzt hatten. Ionier und Äoler bildeten also die erste Schicht der Einwanderer; zusammenfassend haben sie sich wohl Peloper genannt, 61—64. Die Stämme der zweiten Schicht, nicht gleichzeitig eingewandert, Thessaler und Böoter zuletzt, 64. 65. Zeugnis der hesiodischen Kataloge 65—68. Dorer 68—75. Periode des geometrischen Stiles 75—78. Die Hellenen Asiens und der Inseln 78—85. Namen der Nation Ίάονες 'Αχαιοί Δαναοί Πανέλληνες 85—87. Spätere Kolonisation im Norden und Westen 87. 88.

Vorhellenische Götter. Karnos von den Dorern mitgebracht, wird zu Zeus oder Apollon Karneios. Herakles weder dorisch noch urgriechisch, 89—91. Flüsse und Berge 92—94. Aphrodite aus Kypros und Kythera übernommen.

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VI

95—98. Eileithyia karisch. Eleusia, Eleusis u. dgl. zugehörig 98 —100. Damia und Auxesia nicht fremd, Kult eng begrenzt 100 —102. Karische Gräber auf Delos hellenisch geheiligt als hyperboreischen Jungfrauen gehörig 102. 103. Enyalios karisch 103. 104. Hyakinthos karisch 105. Korynthos 106. Unsichere Götternamen 106—108. Persephone vorgriechisch 108—110. Sonnendienst im Peloponnes karisch 110—112. Minotauros, Pasiphae 113—116. Was ist wirklich von Kreta in Glauben, Kultus und Sitte übernommen? 116—136. Diktynna 119. Chimaira 121. Schildgöttin 123. Kures, Kindheit des Zeus 127—129. Die Ziegengöttin ;als Sternbild 131. Hesiod über das Zeuskind 133. Das spätere Kreta 134—136.

Althellenische Götter. Das Leben der Hellenen im mittleren Balkan; die umgebende Natur, die gesellschaftlichen Zustände, Kultus 137—143. Götterwahrnehmung, Tiergestalt 143—155. Vogelgestalt und Ornithomantie 148. Roßgestalt 151—154. Hestia 155—158. Hermes 159 —168. Enodia 169—177. Hekate 169—175. Die Herrin des Draußen (Artemis) 178—185. Nymphen 185—190. Eschennymphen 190. Hören 191. Chariten 192. Aglauriden 194. Dreivereine 194. Kentauren, Silene, Satyrn 195—200. Komasten keine Götter 200. Die Erde als Ge 202—206. Themis 206. Die Erde als Demeter 208—210. (Erinys in der Beilage.) Chthon 210. Poseidon 211—216. Meergötter nicht urhellenisch 216—225. Leukothea 216. Palaimon 217. Okeanos, Pontos, Thalassa, Nereus, αλως γέρων, Nereiden, Eurynome, Triton, Phorkys 218—224. Zeus 224—229. Die himmlischen Zwillinge 230—234. Athena, die kretische Schildgöttin und die hellenische Pallas 234—236. Hera 237—246. Daidala 239—243. Pan 247. Aristaios Agreus 249. Musen 250. Götterland 252. Sonne 254. Mond 257. Nacht 258. Schlaf 259. Eos 260. Sterne 261. Morgenstern 262. Wolken 263. Regenbogen, Iris 263. Winde 265. Typhoeus 266. Harpyien 267. Sirenen 268. Sphinx 269. Keren, Moiren 270. Empusa Lamia u. dgl. 273. Phobos 274. Gorgo 275. Geryones 276. Riesen 277. Zwerge 278. Teichinen 279. Zusammenfassung der ältesten Götter 281—285. Kultus 285—302. Opfer, Opferplatz, Musik, Prozessionen, Tänze 287—296. Anatheme 296. Sühnopfer 297—300. Totenkult und Begräbnis 302—312. Totenreich, der Tod, die Toten 312—316.

Homerische Götter. Die Hellenen in Asien und das homerische Epos 317—319. Götter, die sie in Asien vorfinden, Hephaistos 320, Aphrodite 321, Ares 321—323, Leto Apollon Artemis 324—328. Die Zwölf Götter 329. Die olympischen Götter unter Zeus 330—333. Zeus Vater der Götter und Menschen 333—335. Poseidon wird Meergott 335—338. Genealogisch-kosmogonische Dichtung (Kronos) 338—341. Hesiodos 341 —346. Zeus allmächtiger Gott 347—350. Die Menschen und ihr

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Übersicht des Inhalts

VII

Handeln 351—353. Αιδώς 353—356. Der Mensch ist frei 357. Schicksal, aloa κλώσες ?Μχεσι,ς μοίρα μόρος u. dgl. 358—362. δαίμων und δαίμονες 362—369. εύδαίμων 369. 'ψυχή bei Homer, in der ionischen und äolischen Lyrik, bei den ältesten Philosophen 370 —375. Darstellung der Seele in der Malerei 375—378.

Beilagen. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

Θ ρ Ι α ι 379. L a p h r i a . Kult in Ätolien, Kalydon 381—383, in Patrai 383—387. S a r o n i a 387. H e l l o t i s 389. N e m e e n 391. M a l e a . Malea Landschaftsname 393—397. Maleatas 397—398. D e m e t e r E r i n y s und die Erinyen. Thelpusa, Bericht des Pausanias 398. Arion-Erion 400. Themis, Kore, Artemis 401. Die schwarze Demeter 402. Erinyen Eumeniden 404—406. 8. K a d m o s u n d s e i n e T ö c h t e r 407. 9. A r i a d n e 409.

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GOTT UND GÖTTER Die Götter der Hellenen pflegen so behandelt zu werden, als wären sie feste Gestalten gewesen, von Homer und Hesiod bis zu Nonnos, in Theben und Milet, in Athen und Antiocheia, Komana und Massalia ziemlich dieselben. Die Belege werden aus allen Zeiten und allen Orten unter den Götternamen zusammengetragen, und man erfährt dann staunend, wie vielseitig das Wirken der einzelnen Götter gewesen ist. Daneben geht eine Deutung der Götter, die je nach der Mode wechselt; eine Weile waren sie Sonne, Mond, Wasser und Wind, dann war das Chthonische beliebt, jetzt ist es der Vegetationsgott. Aber die Götter leben im Glauben. Glaube hat sie erzeugt, in ihm und durch ihn wandeln sie sich, sterben mit ihm, können aber als schöne Schatten fortleben. Das bezweifelt niemand, aber die Folgerung wird selten gezogen, Glaube und Mythos noch seltener geschieden. Ich mache den Versuch, das Werden, die Wandlungen und das Übergehen aus dem Glauben in den Mythos und das Schwinden dieses Glaubens, während der Kultus bleibt, durch die Jahrhunderte an den Göttern der Hellenen, aber nur an diesen zu verfolgen. Als das Christentum Staatsreligion geworden war, hat es in dem griechischen Osten die hellenischen, semitischen, ägyptischen Götter nicht nur aus ihrem Besitze vertrieben, sondern ihr Gedächtnis so vollkommen ausgerottet, daß nicht einmal die Wochentage ihre alten Namen behielten, weil sie von den Planetengöttern stammten, obwohl die Astrologie sich nicht ausrotten ließ, sondern zu der Wissenschaft gehörte, welche die Araber übernahmen. Selbst als böse Dämonen brauchten die alten Götter kaum noch bekämpft zu werden; die Mönche der Wüste hatten mit den Teufeln der Sinnenlust heftig zu kämpfen, aber Aphrodite war nicht mehr W i l a m o w i t z , Glaube der Hellenen.

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Gott und Götter

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die Versucherin, wie sie es einst für Antisthenes gewesen war1), Frau Venus für Tannhäuser werden sollte. Der Grund des vollkommenen Sieges über die alten göttlichen Personen war natürlich, daß sie längst aus dem lebendigen Glauben verschwunden waren. Wohl erbten die vergöttlichten Personen des neuen Glaubens die altgeheiligten Stätten, zogen manchmal in die alten Gotteshäuser ein, aber kaum je steckt in diesen Personen der alte Inhaber. Wenn z. B. die Inkubation fortgeübt ward, so war darum Asklepios in den neuen Wundertätern nicht mehr vorhanden. Was von den alten Gestalten und Namen sich im Volksglauben erhielt, war wenig und enthielt Züge, die mindestens mit der literarisch verbreiteten Vorstellung nicht stimmen, Charos ist der Tod, die Nereiden sind nicht die harmlos spielenden Töchter des Meeres2). Die Sitte behielt manches; im inneren Syiien ißt man auch heute noch keine Fische; namentlich der Dienst der Toten behielt dauernd sehr viel von dem Alten bei. Vieles übernahm der Kultus ; das Weihwasser an der Türe des Heiligtumes stammt zwar nicht aus althellenischem, aber doch später weit verbreitetem Gebrauche ; die bauliche Anlage der griechischen Altarfront ist von der Bühnenfront en...

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