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Besonderheiten des US-Bahnsystems Landschaften & Strecken Anspruchsvolle Felsgestaltung In den Rockies - pdf za darmo

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Story Transcript


Grundlagen: Die Epochen der USA-Bahnen Anlagenporträts: Fahren und Rangieren Gebäudebau mal anders: Laserbausätze Besonderheiten des US-Bahnsystems

Drei verschiedene Methoden

Landschaften & Strecken Weathering

Anspruchsvolle Felsgestaltung

In den Rockies

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B 10525 Deutschland € 10,– Österreich € 11,50 Schweiz sFr. 19,80 Italien, Frankreich, Spanien Portugal (cont) € 12,50 Be/Lux € 11,60 Niederlande € 12,75 Norwegen NOK 125,–

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Oktober 2011

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Modellbahn nach US-Vorbild

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ZUR SACHE

Steile Felspartien in wildromatischer Gebirgslandschaft ließ Horst Meier mit seinem Eagle Feather Canyon entstehen, dessen beide Vorbilder Eagle River und Feather River zusammen als Namenspatron herhalten mussten. Zur Bildleiste unten: Zum besseren Verständnis des US-Bahnwesens trägt Dr. Peter Roth mit seinen Ausführungen und Bildern bei. Horst Meier fotografierte die Zugbegegnung auf den Cisco Bridges. Ein anderes, sehr beliebtes Thema bei den US Bahnern ist das Thema Weathering. Pit Karges beleuchtet gleich mehrere Facetten davon. Fast unter geologischer Anleitung gestaltete Horst Meier seine Felsen für den oben genannten Canyon. Wie die Felsverläufe und die fließenden Farbübergänge anzugehen sind, schildert er in seinem Beitrag.

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er bekannte Slogan „Modellrailroading is fun“, der den ungetrübten Spaß des Hobbys charakterisieren soll, kann bei uns in Deutschland genau in diesem Sinne zu der hier genannten Leitzeile abgewandelt werden. Das Hobby nicht so verbissen zu sehen, es vielmehr zu genießen, war die ureigenste Aussage des Kernspruches. Doch allzu belehrende Nietenzähler, die den Hobbyisten schon bei kleinsten Verfehlungen im Anlagenbau mangelndes Kennen und Können vorwerfen und eine immer teurer werdende und zugleich auf dem hohen Ross sitzende Modellbahnindustrie sind nur ein paar Gründe, die diesen Spaß den Hobbyeisenbahnern in unserem Lande immer mehr vermiesen. Da geht es bei den Modellbahnern jenseits des „großen Teichs“ sehr viel entspannter zu. Ein durch wenig einengende Vorschriften und Regularien beherrschtes, recht einfaches Bahnwesen, interessante Landschaften und eine Vielzahl von Bahngesellschaften machen das Modellbahnfeld deutlich interessanter. Die lange Verwendung älterer Loks und das Austauschen derselben untereinander erhöhen die Verwendbarkeit der Modelle. Zudem gibt es viele private Bahngesellschaften, die ebenfalls dieselben Loktypen einsetzen, dann mit ihrem eigenen Logo, viel mehr noch, als dies bei uns geschah und geschieht. So bleibt dem Modellisten ein fast unendlich großer Spielraum in der Ausübung des Hobbys. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob man sich eines der unzähligen Vorbilder von drüben aussucht oder seiner Phantasie freien Lauf lässt – im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gibt es sicherlich immer „so eine“ Gegebenheit.

Und dann kommt noch die Preissituation hinzu. Viele der Lokomotiven sind deutlich günstiger zu haben, als vergleichbare Produkte bei uns. Und diese Loks werden mittlerweile ebenso in China gefertigt, wie die Modelle nach europäischen Vorbildern. Der Preisfaktor ist inzwischen ein entscheidendes Kriterium beim Modellkauf; hier wirkt sich die offensichtlich deutlich höhere Stückzahl bei der US-Modellproduktion unmittelbar aus. Natürlich gibt es auch in „Amiland“ eine Kategorie hochpreisiger Modelle, doch erreichen diese in ihrer Qualität zumeist Kleinserienniveau.

US-Modelrailroading is more Fun Was in den zurückliegenden Jahren den Zustrom zum US-Hobby deutlich beeinflusst hat, sind die verbesserten Einkaufsmöglichkeiten. Kaum ein Modellbahner muss drüben bestellen und die hohen Zölle fürchten. Man bekommt fast alles auch bei guten, deutschen Fachhändlern. Bestimmte Auflagen allerdings nur als Einmalserie – ein Merkmal amerikanischen Produktionsverhaltens. Wenn man dies aber weiß, kann man sich leicht darauf einstellen. Und schließlich: was gut ist, kommt oft auch wieder. Insofern rege ich an, es einmal mit den US-Bahnen zu versuchen, sofern man nicht schon infiziert ist. Die alte Wahrheit, dass sich jeder Trend aus den USA auch bei uns durchsetzt, möge hier im positivsten Sinne stimmen. So gesehen wünsche ich Ihnen eine „ansteckende“ Lektüre dieser Spezial-Ausgabe. Horst Meier 3

Überwiegend Güterverkehr mit sehr, sehr langen Zügen und kaum Signalsicherung oder Oberleitung: Der US-Bahn-Betrieb unterscheidet sich recht deutlich von dem deutschen bzw. europäischen. Doch scheint gerade die so scheinbar einfache Umsetzung im Modell zu überzeugen, finden sich doch immer mehr Anhänger, die Spaß an US-Bahnen haben. Oben ist ein „Manifest Eastbound“ auf der Brücke bei Revelstoke unterwegs. Die grundlegenden Erläuterungen finden Sie ab Seite 6. Foto: Dr. Peter Roth

Sinnbild für die US-Bahnen war wohl immer der weltberühmte Big-Boy. Seine Stammstrecke(n) lagen in Wyoming, wo die sogenannte Overland Route den ebenso bekannten Sherman Hill passiert. Die passende Anlage baute Horst Meier, sein Bericht darüber lesen Sie ab Seite 18. Foto: Horst Meier

Neben den typischen Steppenlandschaften des Westens faszinieren immer wieder die schroffen Berglandschaften der Rockies den US-Fan. Die Umsetzung einer solchen Landschaft mit ihren beeindruckenden Felspartien schildert Horst Meier ab Seite 38. Foto: Horst Meier

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Amerikanische Nadelbäume und wie man sie verfeinert auf Seite 46. Foto: Horst Meier

INHALT ZUR SACHE US-Model-Railroading is more Fun

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GRUNDLAGEN Das US-Bahnsystem Epochen und Entwicklungen

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MODELLBAHN-ANLAGE Amerikanische Laserbausätze in verschachtelter und sehr individueller Bauweise können eine Anlage sehr bereichern. Vor allem die Abwechslung zu bekannten Bausätzen und der unverwechselbare „Holzlook“ machen sie zu absoluten Hinguckern. Tipps zum Zusammenbau ab S. 82. Foto: Horst Meier

Amerikanische Decoder haben durchaus ihre Besonderheiten. Was zu beachten ist, erfahren Sie aus der DCC-Terminologie und den Programmiertipps ab S. 88. Foto: Patrick Bopp

Lange Strecken für große Jungs

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Viel Betrieb auf der Burlington Route

52

Rangieren bei der Waukegan & Kenosha

56

Lange Gleise für lange Züge

64

AmaricaN – Betrieb auf Modulen

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MODELLBAHN-PRAXIS Die Felsen am Eagle Feather Canyon 38 American Pines

46

Dreifach verwittert

60

Gebäude – gekratzt oder geschüttelt? 75 Holzhäuser

82

DCC-Terminologie

88

Yes, You Can!

95

US-SZENE Convention-Highlights

96

ZUM SCHLUSS Vorschau/Impressum MIBA-Spezial 90

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Besonderheiten der Eisenbahnen in Amerika

Das US-Bahnsystem In den Vereinigten Staaten ist vieles anders – dies gilt natürlich auch für die Eisenbahn. Peter Roth gibt hier einen Überblick zu Hintergründen, Betriebsabläufen und aktuellen Entwicklungen.

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ie Besonderheiten der Eisenbahnen in den USA kann man unter zwei Begriffen zusammenfassen: Vielfalt und Veränderung! Die Vielfalt beginnt bei den vielen verschiedenen Landschaften und Klimazonen des nordamerikanischen Kontinents. Die Gleise der US-Eisenbahnen führen durch die Wüsten und Halbwüsten des Südwestens, die Steppenlandschaft der Prärie, über die Mittelgebirge des Ostens sowie die Hochplateaus und Hochgebirge des Westens. Sie erreichen die subtropischen Tiefländer im Süden von Texas, transportieren Fracht am Polarkreis in Alaska, ebenso wie durch die Wälder und Sümpfe des Südens und die Kornkammern in den weiten Ebe6

nen des Mittelwestens, überqueren Flüsse, Täler und Schluchten, untertunneln die Gebirge des Kontinents, und ihre Gleise führen sogar auf der Straße mitten durch Klein- und Großstädte. Dabei überwinden sie in heißen Sommern und in kalten, schneereichen Wintern riesige Entfernungen – zwischen Ostküste und Westküste sind es 4.500 km, zwischen dem Golf von Mexiko und der mexikanischen Grenze im Süden und der kanadischen Grenze im Norden rund 2.500 km! Bei Landnahme und Siedlungsgründungen im 19. Jahrhundert spielte die Eisenbahn eine wichtige Rolle – es waren die Eisenbahnen, die das Land zur Nation zusammengefügt haben. Ein gut

ausgebautes Straßennetz gab es nicht; daher entstand mit den Eisenbahnlinien auch die erste nennenswerte Verkehrsinfrastruktur. Vor diesem Hintergrund sind die Eisenbahnen aus der kulturhistorischen, wirtschaftsgeschichtlichen und politischen Entwicklung der USA nicht wegzudenken – und ihre Bedeutung spiegelt sich bis heute in der amerikanischen Volksmusik, in Country- und Westernliedern und im Blues wider.

Struktur, Organisation, Betrieb Organisation und Betrieb der amerikanischen Eisenbahnen sind vielfältig und unterliegen ständig der Veränderung. Da es sich weitgehend um private Eisenbahngesellschaften handelt, ist das einzige gemeinsame Element der Zwang zum „Geldverdienen“. Die großen Weiten des nordamerikanischen Kontinents zwangen die privaten Eisenbahngesellschaften im 19. Jahrhundert, aus Kostengründen die Strecken so einfach wie möglich zu bauen. Bei der Streckenführung wurden die Gleisradien oft sehr eng gewählt, um auf MIBA-Spezial 90

GRUNDLAGEN

aufwendige Erdarbeiten verzichten zu können. Auch Unterbau und Schotterbett fielen meist sehr sparsam und niedrig aus. Diese „billige“ Bauweise der Strecken führte daher schnell zur Entwicklung von Drehgestellwagen, deren Laufeigenschaften auf dem schlechten Unterbau gegenüber den in Europa üblichen zweiachsigen Wagen deutlich besser ist. Trafen sich zwei Strecken („Junction“), ließ man sie einfach ebenerdig – oft im rechten Winkel – kreuzen, die Anzahl der Gleise spielte dabei keine Rolle. Die Ausgaben für aufwendige Überführungen wollte man sich sparen. Erst seit etwa 1990 wurde damit begonnen, dies nachzuholen – überall entstehen jetzt die sogenannten „Flyovers“, um den Betrieb zu erleichtern. Allerdings sind auch heute noch Nebenstrecken zu finden, deren Schienen vom Ende des 19. Jahrhunderts stammen, vor allem in den Kornkammern der „Heartlands“ von Texas bis North Dakota. Große schwere Hopper zum Transport von Getreide, Dünger oder Sand und sechsachsige Lokomotiven kön...

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