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Dass Güter auf die Schiene gehören, suggerierte ein sehr bekannter Wer- bespruch der Deutschen Bundesbahn l - pdf za darmo

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Story Transcript


ZUR SACHE

Der Güterverkehr gehört zu den abwechslungsreichsten Facetten, die das Vorbild dem Modellbahner zu bieten hat. Ob das Geschehen am Güterschuppen, der gerade Stückgut erhält, oder die Straßenwalze, die an der Rampe auf den O-Wagen gerollt wurde – in Sachen Güterverkehr ist eigentlich immer etwas los, das sich auf der Modellbahn interessant und lebendig nachgestalten lässt. Die Szenerie auf unserem Titelbild hat einen speziellen Fall des Güterumschlags zum Gegenstand: das durch örtliche Verhältnisse oder betriebliche Bedingungen erforderliche Überladen von Gütern über Schienen hinweg. Fotos: hjw, Michael U. Kratzsch-Leichsenring, Ivo Cordes, Wolfgang Besenhart

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ass Güter auf die Schiene gehören, suggerierte ein sehr bekannter Werbespruch der Deutschen Bundesbahn leider erst zu einer Zeit, als die Konkurrenz des Kraftverkehrs bereits alarmierende Größenordnungen angenommen hatte. Doch weder durchaus schlüssig klingende, verbale Appelle noch neue, zukunftsträchtige Konzepte mit Ganzzügen aus modernem Wagenmaterial vermochten letztendlich zu verhindern, dass die ungleichen Rahmenbedingungen bei der staatlichen Finanzierung von Straße und Schiene in eine Schieflage zu Ungunsten des Schienengüterverkehrs führten. Diese Entwicklung liegt nun schon Jahrzehnte zurück, ihre Spätfolgen sind jedoch bis heute unübersehbar. Die Bahnreform, die inzwischen auch schon wieder zur Geschichte zählt, tat ihr Übriges. Summa summarum hat sich das Bild der Eisenbahn erheblich gewandelt. Das bezieht sich nicht nur auf die Güterzüge, die deutlich seltener geworden sind und anders aussehen als noch im vorigen Jahrhundert, sondern auch auf das Verschwinden von Gleisen, Umschlaganlagen und Gebäuden – um hier nur die auffälligsten Veränderungen zu nennen. Was geht das den Modellbahner an? Es berührt ihn zutiefst, dass sich seine Eisenbahn, für die ja sein Herz schlägt, schon lange nicht mehr so präsentiert, wie er sie kennt und liebt. Nun sind gewiss nicht alle Modellbahner auch Technikhistoriker, die mit musealer Motivation die Hochzeiten des Eisenbahngüterverkehrs en miniature nachgestalten wollen. Doch sind sie Nostalgiker genug, um die Eisenbahnen

sich selbst und anderen als überaus lebendige „Adern der Wirtschaft“ vorzuführen. Und darin liegt durchaus Sinn, denn neben dem Spaß an langen Güterzügen, intensivem Rangierbetrieb und lebendigem Geschehen an Ladestraßen und Rampen wird ein überraschend transparentes Geschichtsbild erzeugt, das dank der Modelle von Fahrzeugen, Gütern und Gebäuden sehr authentisch wirkt.

Der Güterbahn zugute Ob nun Ivo Cordes, der mit seinem anregenden Entwurf interessante Formen der Betriebsabwicklung rekonstruiert, oder Gerhard Peter, der das lebendige Anschlussgeschäft eines Schotterwerks nachbildet – sie alle zeigen Güterverkehr zu einer Zeit, die weit zurückliegt. Es müssen auch nicht immer lange Durchgangsgüterzüge mit Loks der Baureihe 44 sein, die an Vergangenes erinnern. So beweist Wolfgang Besenhart mit seiner funktionsfähigen Rollbockanlage, dass man spezielle Formen des Güterverkehrs selbst auf kleinstem Raum nachgestalten kann. Und wer es wagt, noch viel tiefer in die Geschichte des Güterverkehrs einzutauchen, der möge sich unter Leitung von Kleinbahndirektor Barby in einer Ziegelei um 1910 umschauen. Besser lassen sich Wirtschafts- und Technikgeschichte kaum noch darstellen – meint Ihr Franz Rittig 3

Güter gehören auf die Bahn – das suggerierte ein bekannter Werbespruch der Eisenbahn. Mit seinem kleinen Streifzug durch die Geschichte des Güterverkehrs vermittelt Michael U. Kratzsch-Leichsenring einen kurzgefassten Überblick, beschreibt den Güterumschlag der Eisenbahn in verschiedenen Facetten und zeigt Wege auf, wie man ihn vorbildgetreu und glaubwürdig ins Modell umsetzen kann. Seinen Bericht lesen Sie ab Seite 6. Foto: Michael U. Kratzsch-Leichsenring

Wirklich interessant ist bei der kleinen Bahn das Geschehen rund um den Güterverkehr – vor allem dann, wenn man reale Abläufe im Kleinen mit allem, was dazugehört, nachstellt. Dies meint jedenfalls Bruno Kaiser ab Seite 30. Foto: Bruno Kaiser

Rangieren im Winkel – am Beispiel einer schmalen winkelförmigen An-der-Wand-entlangAnlage sollen die Möglichkeiten einer interessant gestalteten Betriebsabwicklung gezeigt werden. Den Anlagenvorschlag von Ivo Cordes finden Sie ab Seite 20. Zeichnung: Ivo Cordes Für seine kleine Kompaktanlage in der Baugröße N suchte Gerhard Peter lange ein „eckenfüllendes“ Thema – so entstand schließlich ein betrieblich wichtiger Gleisanschluss und gleichzeitig ein echter Blickfang. Folgen Sie ihm zum Steinbruch von Mausgesees ab Seite 60. Foto: Gerhard Peter

Zu Beginn der Fünfzigerjahre stand die DB vor der Aufgabe, den teilweise überalterten Güterwagenpark grundlegend zu erneuern. Für viele Gattungen gab es inzwischen vom UIC entwickelte Standards, die beim Neu- und Umbau von Wagen berücksichtigt werden sollten. Wie die Bahn dabei vorging, berichtet Stefan Carstens ab Seite 70. Foto: AW Fulda, Sammlung SC

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SPEZIAL Interessante Ladegüter sorgen für ein abwechslungsreiches Bild auf der Modellbahnanlage – und die besten Vorlagen liefert immer noch das Vorbild. Daher hat sich Klaus Seipel drei interessante Wagenladungen ausgesucht und so genau wie möglich ins Modell umgesetzt. Wie er dabei vorgegangen ist, zeigt Horst Meier ausführlich ab Seite 76. Foto: Horst Meier

INHALT ZUR SACHE Der Güterbahn zugute

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GRUNDLAGEN

Eine funktionsfähige Rollbockanlage ist auch in der Baugröße N kein Traum! Dass dies möglich ist, beweist Wolfgang Besenhart ab Seite 64. Foto: Gerhard Peter Anschlussgleise beleben den Betrieb auf der Modellbahn. Frank Barby suchte sich mit einer goßen Ziegelei ein ganz besonderes Vorbild aus. Wie es dort zugeht, zeigt er ab Seite 94. Foto: Frank Barby

Frachten auf Schienen

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Kleine und mittlere Güterverkehrsanlagen

14

Güterumschlag im Fokus

30

ANLAGENPLANUNG Rangierwinkel

20

Kleinstadt-Güterbahnhof

50

MODELLBAHN-PRAXIS Gut Holz

34

Übers Gleis geladen

46

Wagenheber

58

Dreimal Ladegut – ganz vorbildgerecht

76

Schienentransporte mit der Bahn

84

VORBILD + MODELL Ton ab, Rübe runter!

38

Eine steinreiche Kleinbahn

94

MODELLBAU-PRAXIS Ab in die Ecke

60

MODELLBAHN-ANLAGE Perfekter Rollbockbetrieb

64

VORBILD Aus alt mach neu

70

Leer oder Beladen

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ZUM SCHLUSS Vorschau/Impressum MIBA-Spezial 93

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Aus der Geschichte des Eisenbahngüterverkehrs

Frachten auf Schienen

Diese Beladeszene auf einer Kombirampe deutet die mögliche Vielfalt des Gütertransports auf der Schiene an, der sich gegenwärtig allerdings fast nur noch auf Großkunden beschränkt, die Ganzzüge und Wagengruppen (unten) ordern. Fotos: Michael U. Kratzsch-Leichsenring

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Dass Güter auf die Bahn gehören, suggerierte einst ein bekannter Werbespruch der Eisenbahn. Wer ihren Güterverkehr en miniature nachbilden möchte, braucht geeignete Vorbilder. Mit seinem Streifzug durch die Geschichte der Bahn vermittelt Michael U. KratzschLeichsenring Übersichten und Einblicke, beschreibt den Güterumschlag der Eisenbahn in verschiedenen Facetten und zeigt Wege auf, wie man ihn vorbildgetreu und glaubwürdig ins Modell umsetzen kann.

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GRUNDLAGEN

Vierachsige Selbstentladewagen für Steinkohle, in Ganzzügen zwischen Zechen und Kraftwerken von schweren Elektroloks wie der E 95 gezogen, prägten Ende der 1920er-Jahre das Bild des modernen Güterverkehrs auf Schienen. Die Elektrifizierung des niederschlesischen Netzes der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft (DRG) setzte dabei Maßstäbe. Foto: Archiv Rbd Halle, Slg. Michael U. Kratzsch-Leichsenring

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ie epochalen Fortschritte in der Montan- und Stahlindustrie des 19. Jahrhunderts traten erst ein, als mit der Eisenbahn ein Verkehrsträger zur Verfügung stand, der große Mengen Kohle und Erz preiswert zu transportieren vermochte. Erhebliche Bedeutung kam daher einem leistungsfähigen Güterwagenpark zu.

Die Frühzeit Den ersten „Waggons“ sah man noch ihre Vergangenheit als Pferdewagen bzw. -kutschen an. Deren Aufbauten, die nun auf Plattformen mit Eisenbahnrädern saßen, bildeten Behältnisse, in denen sich Güter transportieren ließen. Aber auch Hunte und Loren aus dem Bergbau lieferten wesentliche technische Elemente, die zum modernen Güterwagen führten. Gebremst wurde mittels Klotzbremsen, die über Hebel und Spindeln betätigt wurden. Von Bergwerks- und Hüttenanlagen mit ihren Gruben- und Industriebahnen abgesehen, dienten die Züge sowohl der Beförderung von Personen als auch Gütern. Eine Trennung in Personen- und Güterbahnhöfe gab es noch nicht. Erst später entstanden Ladungshallen, zu denen die Frachtwagen über eine Vielzahl von Drehscheiben bugsiert wurden. Im Gebrauch waren nur sehr einfach gebaute, offene und geMIBA-Spezial 93

schlossene Wagen. Flüssigkeiten transportierte man in Fässern und diversen Glasbehältern. Mit den Fortschritten im Maschinenbau und der wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung der Eisenbahn rückte die Transportgeschwindigkeit in den Vordergrund. Ab etwa 1850 fuhren die ersten reinen Güterzüge, wobei man schon bald Nah- von Durchgangsgüterzügen unterschied. Parallel dazu kam es zur Differenzierung und Spezialisierung der Bahnanlagen. Während in den Städten riesige Kopfbahnhöfe für den Reiseverkehr entstanden, etablierten sich an den Peripherien Güterbahnhöfe, die oft expansive Industrieansiedlungen auslösten. Einen Durchbruch bewirkte ab 1910 die Ausstattung der Wagen mit durchgehenden Bremsleitungen und Druckluftbremsen. Mitfahrende Bremser wurden entbehrlich. Da auf Gefällestrecken rascher und sicherer gebremst werden konnte, ließen sich Geschwindigkeiten und Zuglasten anheben.

Innovationsschub bei der DRG Nach dem Ersten Weltkrieg oblag es der DRG, den Güterverkehr zu vereinheitlichen. Neben leistungsfähigen Güterzuglokomotiven, zweckmäßigen Güterwagen und Spezialfahrzeugen entstanden moderne Güterverkehrsanlagen

und effektive Rangierbahnhöfe. Genannt seien die Lokomotivbaureihen 41, 43, 44 u...

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